Was bedeuten Erfahrungen für das Denken?
Artikel vom 7. Mai 2012

Grünes Denken

Erfahrungen werden in unser Denken einbezogen, so dass es zu Simulationen kommt; d.h. unser Gehirn ist gewissermaßen eine Simulationsmaschine, die gemachte Erfahrungen einbezieht – auch unbewusst -, so dass neue Ergebnisse bzw. Entscheidungen entstehen können.

„In den 50er und 60er Jahren glaubte man noch, das Erkenntnisgewinn nur durch einen abstrakten Gedankengang möglich ist, der uns aus der Sklaverei der niedrigen Wahrnehmungen befreit.“ (Zitat: DIE ZEIT, Nr. 19, Denken ist die Simulation gemachter Erfahrung, Gespräch mit dem Ulmer Kognitionspsychologen: Markus Kiefer)

Das Gehirn stellte man sich als eine Art Computer vor , der losgelöst von den einzelnen Sinneswahrnehmungen funktionierte. Das stimmt aber nicht. Alle Erfahrungen, eben auch „sinnlicher Natur“, die gemacht wurden, werden beim Denkprozess, also bei der Simulation, einbezogen. Einerseits kann man bewusst über „gemachte Erfahrungen“ nachdenken; andererseits bezieht das Gehirn Erfahrungen ständig im „unbewussten Prozess“ mit ein.

Auch Gefühle spielen dabei eine große Rolle. Rein rationale Dinge kann man beurteilen, ob man diese aber in die Handlung umsetzt, hängt stark von den jeweiligen Gefühlen ab. „…und diese Gefühle sind dann wieder die Manifestation gemachter Erfahrungen mit ähnlichen Situationen, die angenehm oder unangenehm waren.“ (Zitat: DIE ZEIT, siehe Artikel oben)

Leben bedeutet also: die Simulationsmaschine Gehirn wird mit Daten gefüttert, Fakten und manuellen Fertigkeiten werden gesammelt; Erfahrungen werden gemacht, worauf man aufbauen kann, um Probleme zu lösen. Am Ende dieses Prozesses ist abgesichertes Wissen entstanden. Neue Informationen werden zunächst in dieses System eingebaut.

Das heißt in der Praxis, ein älterer Kollege wird seine Entscheidungen treffen aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrungen, und sich von einem jüngeren Kollegen nicht beirren lassen, der evtl. einen statistisch, wohlbegründeten Vorschlag hat, der abweicht vom üblichen konservativen Handeln. Beharrlichkeit hat sich in der Evolution eben als sinnvoll erwiesen, also handelt unser System danach. Das heißt:Erfahrung macht uns konservativ.

Damit aber dieser Erfahrungsschatz nicht nur konservativ bleibt, d.h. damit nicht immer nur konservativ entschieden wird, sondern in der Simulations-Maschine Gehirn auch andere Impulse zugelassen werden, gibt es die Möglichkeit dem Denken eine gewisse Flexibilität anzutrainieren.

Und wie? Mit Ganzheitlichem Gedächtnistraining ist es möglich, die eigene Denk-Flexibilität zu trainieren und neue Erfahrungen zu machen. Diese stacheln das Belohnungssystem im Gehirn an, d.h. es ist ein Gewinn, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Oder eben auch einer anderen Art des Denkens. Flexibles Denken ermöglicht, dass  Entscheidungen anders, nicht konservativ getroffen werden: INNOVATIV.

 

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